Memes: Wo sie herkommen und wie Unternehmen den Hype nutzen

Lesezeit: 4 Minuten Autor: Chris Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:
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Wir kennen sie alle: Memes. Kleine Bildchen oder Animationen, die meist bekannte Ausschnitte aus Film und Fernsehen, Prominente oder Mensch und Tier in ungünstiger Pose enthalten, garniert mit einem witzigen oder auch mal kritischen Text. Gute Memes begeistern die Massen und gehen schnell viral. Wir verraten, wie Unternehmen den Meme-Hype für sich nutzen und machen uns auf die Suche nach den Meme-Ursprüngen.

img_7001Laut Forschungen der Evolutionsbiologie, die den Begriff Mitte der 70er Jahren geprägt haben, handelt es sich bei einem “Mem” oder “Meme” um gedankliche Phänomene wie SprichwörterPhrasenMelodien oder Bräuche, die eine kulturelle Relevanz besitzen und über zwischenmenschliche Kommunikation ganze Gerationen überdauert und geprägt haben. Aber Pepe der Frosch als kulturell bedeutsames Gedankenphänomen? Bitch please!

Zugegeben, an einen Internethype in Form von kleinen, teilweise animierten Bildchen, Strichmännchen und Screenshots haben die Biologen vor rund 40 Jahren sicher noch nicht gedacht. Trotzdem ist der wissenschaftliche Ursprung des Begriffes auch für das Internetphänomen in Teilen zutreffend. Denn Memes gehören mittlerweile fest zur Kommunikationskultur in den sozialen Netzwerken. Neben Statusmeldungen und Hashtags drücken auch immer mehr User ihre Gedanken und Gefühle über die witzigen Bilder aus. Selbst politische Statements oder Gesellschaftskritik findet mit dem “Meme” ein Sprachrohr in der digitalen Welt.

img_7002One does not simply make a Meme!

Memes zeichnen sich neben Kreativität und Witz vor allem dadurch aus, dass sie sich rasend schnell im Internet verbreiten. Trotzdem ist nicht jedes Foto oder Video was in den sozialen Netzwerken geteilt wird automatisch ein Meme. Die unterhaltsamen Bildchen besitzen für digitale Verhältnisse eine gewisse Langlebigkeit und können ihren Kultstatus teils über Monate oder Jahre hinweg aufrechterhalten. Zu verdanken ist dies zwei einfachen Prinzipien: Imitation und Transformation. Ein gutes Meme ist demnach nicht nur unterhaltsam, es eignet sich auch hervorragend dazu, kopiert, parodiert oder verändert zu werden. Je leichter sich also ein Bild personalisieren oder den aktuellen Geschehnissen anpassen lässt, desto häufiger wird es verwendet, kopiert und geteilt. Selbst wenn die Bedeutung des ursprünglichen Memes dadurch verloren geht, bleibt das abgebildete Foto, die Grafik oder Animation erhalten und vergrößert damit ihren Bekanntheitsgrad.

9GAG, 4chan und das Cheezburgernetwork

Ihren Ursprung finden Memes in völlig unterschiedlichen und teils skurrilen Situationen. Mal filmt jemand seine zu dicke Katze und stellt das Video ins Netz, ein anderes Mal genügt der Screenshot eines Films, der einen Schauspieler bei einer bestimmten Geste oder einem unterhaltsamen Gesichtsausdruck zeigt. Selbst ein Mann, der nichts weiter tat, als einen roten Pullover als Zuschauer in einer TV-Debatte  zu tragen, schaffte es innerhalb kürzester Zeit zu zweifelhafter Berühmtheit im Netz und bekam sein eigenes Meme. Viele dieser Bilder wurden zuerst in den Foren von “4chan” geteilt. Auf dem sogenannten Imageboard können User Fotos und Videos nahezu unzensiert veröffentlichen und diskutieren. Selbst rassistische und teils verbotene Inhalte finden hier einen Platz – aber eben auch die Ursprünge von lustigen Memes. Mit der Plattform “9GAG” wurde den Memes ein Tempel gebaut. Die Seite generiert ihre Inhalte fast ausschließlich aus unterhaltsamen Fotos, Videos, animierten GIF’s und natürlich Memes. Zudem enthält die Seite ein Bewertungssystem mit dem sich die Beliebtheit der Inhalte messen lässt.

takemymoneyShut up and take my Money!

Plattformen und Websites auf denen Millionen User täglich tausendfach Inhalte produzieren, teilen und kommentieren sind vor allem für die Werbeindustrie lukrativ. Das Konzept, die passende Infrastruktur für User-generated Content zur Verfügung zu stellen und dafür an den Werbeeinnahmen mitzuverdienen, hat schon Socialmedia-Riesen wie Youtube und Facebook zum Erfolg verholfen. Auch für Unternehmen, die mit Trendprognosen und Social-Media-Hypes ihr Geld verdienen, sind Memes und deren Communities interessant. Weniger profitabel ist das Phänomen “Meme” hingegen für seine Initiatoren und Protagonisten. Die Frage des Urheberrechts eines Memes ist strittig und die Verbreitung meist zu schnell und anonym, um rechtliche Ansprüche geltend machen zu können. Ausnahmen wie der Erfinder des “Trollface”, Carlos Ramirez, der seine Zeichnung in den USA rechtlich schützen ließ und mit Lizenzeinnahmen Geld verdienen konnte, sind nur wenige bekannt. Viel häufiger finden sich Personen unfreiwillig in einem Meme wieder und versuchen in aufwendigen Prozessen die Verbreitung der Bilder oder Videos zu verhindern – oft erfolglos!

I don’t always use Memes for politics. But when i do it’s great!     

Twitternde Politiker gibt es nicht erst seit Donald Trump offenbar seine gesamte Regierungskommunikation über den Mikroblogging-Dienst abzuhalten scheint. Und auch wenn Christian Lindner mal wieder live auf Facebook aus seinem Dienstwagen streamt, haut uns das nicht mehr aus den digitalen Socken. Doch auch Memes sehen sich zunehmend einer Instrumentalisierung für politische Zwecke ausgesetzt. Während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 sind zahlreiche Memes mit den Kandidaten Hillary Clinton, Bernie Sanders und natürlich Donald Trump entstanden. Nicht selten wurden diese Memes gezielt für die jeweilige Kampagne genutzt oder gegen die Konkurrenten eingesetzt. Der amtierende US-Präsident konnte sich jedoch als einziger am Meme-Himmel behaupten und findet sich in tausenden parodierenden und kritisierenden Bildern im Netz wieder. Memes dienen also längst nicht mehr nur der kurzweiligen Unterhaltung sondern sind Sprachrohr für alles was die Netzgemeinde bewegt. Aufgrund der unglaublich schnellen und weltweiten Verbreitung auch bei politischen Themen.

Servus i bims, 1 Meme

Du erinnerst dich an das Jugendwort 2017? Richtig, “i bims”. Man mag über die Redewendung denken was man will, fakt ist aber, dass sie längst ein fester Bestandteil der Kommunikationskultur in den sozialen Netzwerken und zumindest unter Jugendlichen auch im Alltag geworden ist. Ähnlich verhält es sich mit der Verwendung von Memes. Werden wir bei Facebook auf einem Beitrag verlinkt, antworten wir häufig nicht mehr nur in Textform sondern packen ein lustiges GIF dazu. Memes sind längst Teil des digitalen Mainstream und unseres Alltages im Netz. Vermutlich ist es daher auch nur eine Frage der Zeit, bis die erste Redewendung aus einem Meme in den Duden aufgenommen und somit fester Bestandteil unserer Sprache und Kultur wird. Der Gedanke macht dir Angst? Y U so serious?   

Übrigens: Memes lassen sich, wie alle Bild- und Videodateien, hervorragend mit pixx.io verwalten!

Chris
Chris

Wenn ich mal nicht für den Blog schreibe, liebe ich es zu fotografieren!

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