Fotografieren im Ausland: Nicht überall uneingeschränkt erlaubt

Lesezeit: 2 Minuten Autor: Thomas Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:
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Ein Foto vorm schiefen Turm von Pisa, eines vor der Akropolis und eines in den Grachten von Brügge – erlaubt? Oder doch nicht? Wir erklären, was es mit der Panoramafreiheit auf sich hat, wo sie gilt und welche Folgen die Nichtbeachtung haben könnte.

Ein Kurztrip nach Paris, einmal auf den Eiffelturm und frühstücken an der Seine. Und ein paar coole Bilder für Facebook und Instagram springen auch dabei raus. Eigentlich verboten, denn in Frankreich gibt es keine Panoramafreiheit wie zum Beispiel in Deutschland. Private Bilder von Gebäuden und Statuen sind zwar erlaubt, die kommerzielle Nutzung ist rein rechtlich aber untersagt – und genau genommen verdienen Facebook und Instagram mit jedem hochgeladenen Foto Geld. Das Recht in Frankreich erlaubt Fotos also gerade einmal fürs private (analoge) Familienalbum.

Wir fassen an dieser Stelle zusammen, wie das mit der Panoramafreiheit in Europa ist. Wir klären also: In welchen Ländern kann ich ungehindert Gebäude, Architektur und so weiter fotografieren, ohne dass mir Ärger droht und in welchen nicht?

Warum ist das Fotografieren von Gebäuden und Architektur in manchen Ländern nicht erlaubt?

Wie Musik, Texte und Malereien ist auch Architektur vom Urheberrecht abgedeckt. Und wie Musik, Texte und Malereien darf auch Architektur nicht ohne Genehmigung des Urhebers kopiert und verbreitet werden. In unserem Fall bräuchten wir also eine Einwilligung des Architekten oder Eigentümers des Gebäudes, damit wir es entsprechend ablichten dürfen.

Einige Länder haben mit der Panoramafreiheit eine Ausnahme geschaffen, die das Fotografieren von Gebäuden und Architektur von außen, teilweise auch von innen, ohne vorherige Genehmigung gestattet. In anderen Ländern wiederum, darunter beliebte Urlaubsziele wie Italien und Griechenland, ist das eigentlich nicht erlaubt.

Die Panoramafreiheit geht in vielen Ländern noch weiter und regelt etwa das Abfotografieren von Kunst oder anderen eigentlich urheberrechtlich geschützten Werken, wir konzentrieren uns hier aber auf das, was auf Urlaubsfotos besonders häufig zu sehen ist: Sehenswürdigkeiten, Häuser und so weiter.

Panoramafreiheit: In diesen Ländern darfst du sogar in öffentlich zugänglichen Räumen fotografieren

Wer in Holland, im Vereinigten Königreich oder Irland im Urlaub ist, kann hier so ziemlich alles fotografieren was er will, natürlich immer im Rahmen anderer Gesetze wie dem Recht am eigenen Bild: Die Panoramafreiheit erlaubt es Ihnen, Gebäude, Architektur und Brunnen, Statuen oder Skulpturen zu fotografieren und die Bilder auch kommerziell zu nutzen. In diesen Ländern geht die Panoramafreiheit sogar soweit, dass das Fotografieren in öffentlichen Räumen zulässig ist.

Länder mit Panoramafreiheit in der Öffentlichkeit

Viele europäische Länder haben eine generelle Panoramafreiheit, die das Fotografieren im Freien erlaubt, nicht aber in Innenräumen. Zu diesen Ländern gehört etwa Österreich, die Schweiz, Deutschland sowie die Nachbarn im Osten: Tschechien,  Polen, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien und Moldawien. Für Fotos in Innenräumen, etwa im Sperrengeschoss einer U-Bahn-Station braucht es also eigentlich eine entsprechende Genehmigung.

Hier in Europa ist das mit der Panoramafreiheit schwierig

Unter den Ländern ohne Panoramafreiheit befinden sich neben Frankreich, Italien (inkl. Korsika und Sardinien) und Griechenland auch Belgien, Weißrussland und die Ukraine. Hier ist es eigentlich nicht erlaubt, Fotos von Gebäuden zu machen.

Beim Eiffelturm sind übrigens alle Fristen abgelaufen, wodurch Fotos des Pariser Wahrzeichens ohne Probleme auch veröffentlicht werden dürfen. Aber Achtung: Die Firma, die das Bauwerk nachts beleuchtet, besitzt die Bildrechte am Eiffelturm bei Nacht. Sobald die Strahler aktiv sind, braucht es streng genommen eine Genehmigung.

Was droht mir, wenn ich Bilder ohne Panoramafreiheit veröffentliche?

Eine Veröffentlichung bei Facebook ist genau genommen schon eine kommerzielle Nutzung, die zum Beispiel abgemahnt werden könnte. In der Praxis gibt es allerdings kaum bekannte Fälle, da diese Nutzung in der Regel nicht weiter verfolgt wird. Anders sieht es da bei Nutzung richtigem kommerziellen Hintergrund aus. Ein Freifahrtschein für eine Veröffentlichung bei Facebook und Co. ist das allerdings nicht!

Hinweis: Es handelt sich bei diesem Text nicht um eine Rechtsberatung. Eine adäquate Rechtsberatung im Sinne des Gesetzgebers darf nur durch einen zugelassenen Rechtsanwalt erfolgen.

Thomas
Thomas

Als Games-Redakteur hat Thomas schon früh gelernt, spannende Texte SEO-konform zu schreiben. Das hat ihn letztlich auch zu pixx.io geführt, wo er schnell weitere Aufgaben im Digitalmarketing übernommen hat. Heute macht er Business Intelligence und kümmert sich um Prozesse. Privat ist er beim Zocken geblieben. Und wenn das Wetter schön und der Berg nicht zu groß ist, geht er auch mal wandern.

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