Fotografie-Lexikon: Von Autofokus bis Verschlusszeit

Lesezeit: 5 Minuten Autor: Thomas Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:
Inhalt

Du hast etwas mit Fotografie am Hut, hältst DSLR aber für einen längst vergangenen Einparteienstaat im Osten, ISO für ein Jugendwort und würdest die Schärfeebene in Scoville angeben? Dann solltest du dir unbedingt unser Fotografie-Lexikon durchlesen. Isso!

Schlage in unserem Lexikon die wichtigsten Begriffe der Fotografie nach und lerne, was Begriffe wie „hyperfokale Distanz“ bedeuten. Wer weiß, wann man damit das nächste Mal prahlen kann.

Fachbegriffe der Fotografie: Was bedeutet …

Autofokus / AF

Im Gegensatz zum manuellen Fokus wird beim Autofokus automatisch scharf gestellt, meist durch halbes Durchdrücken des Auslösers. Die Entfernung zum anvisierten Motiv wird hierbei blitzschnell berechnet und die Schärfe entsprechend eingestellt.

img_7032

Available Light Fotografie fängt die Lichtstimmung vor Ort besonders gut ein.

Available Light Fotografie

Bei der Available-Light-Fotografie verzichtet der Fotograf auf externes Licht wie Scheinwerfer oder Blitz und nutzt nur das verfügbare Licht. Dadurch entsteht eine ganz besondere, authentische Lichtstimmung, die besonders auf Portraits zur Geltung kommt. Zu empfehlen ist ein lichtstarkes Objektiv (z.B. Festbrennweite) und eine Kamera, die mit hohen ISO-Werten klar kommt.

Bajonett

Beim Bajonett handelt es sich um den Objektivanschluss bei Kameras mit Wechselobjektiven, meist nutzt jeder Hersteller eine eigene Größe – Objektive eines anderen Herstellers lassen sich manchmal mit Hilfe eines Adapters nutzen.

Belichtung

Die Belichtung ist die Gesamtmenge des Lichts, die den Sensor der Kamera erreicht. Mit Hilfe von Blende, Belichtungszeit und ISO kann die Belichtung beeinflusst werden.

img_7035-1

Objekte in Bewegung werden bei langer Belichtungszeit unscharf dargestellt. Diesen Umstand kann man für sich nutzen.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit ist die Öffnungszeit des Shutters. Sehr kurze Öffnungszeiten stellen auch Bewegungen scharf da, zum Beispiel Athleten bei einer Sportveranstaltung. Lange Belichtungszeiten lassen bewegte Objekte verwischen.

Blaue Stunde

Die Blaue Stunde beschreibt eine besondere Färbung des Himmels eine halbe Stunde bis 50 Minuten nach Sonnenuntergang. Die Szenerie wird in ein kräftiges blau und die Komplementärfarbe orange getaucht. Besonders gute Motive sind Landschaften, Skylines und (bereits beleuchtete) Städte. Genaugenommen gibt es die Blaue Stunde auch morgens vor Sonnenaufgang

Blende

Die Blende am Objektiv kann verstellt werden, sodass mehr oder weniger Licht in die Kamera kommt. Durch Veränderung der Blende ändert sich auch die Tiefenschärfe eines Bildes.

Blendenzahl

Die Blendenzahl gibt die Lichtstärke eines Objektivs an, meist in der Form: f/D, wobei D die Apertur oder Öffnungsweite der Blende angibt, zum Beispiel f/1.8. Je kleiner die Blendenzahl, desto lichtstärker ein Objektiv. Zoomobjektive haben häufig eine variable Blendenzahl, viele Profi-Zoomobjektive bieten durch alle Brennweiten dieselbe Lichtstärke.

img_7034

Bokeh ist der unscharfe Bereich auf einem Bild, auf diesem alles vor der Person mit Regenschirm.

Bokeh

Das Bokeh eines Bildes ist der unscharfe beziehungsweise verschwommene Teil eines Bildes, meist im Hintergrund des Hauptmotivs. Für Viele ist das Bokeh auch ein Qualitätsmerkmal.

Bulb

Im Bulb-Modus der Kamera bleibt der Shutter genau so lange geöffnet, wie der Auslöser gedrückt wird, eine Möglichkeit, die Belichtungszeit manuell zu steuern.

Crop-Faktor

Mit Hilfe des Crop-Faktors lässt sich der Bildausschnitt berechnen, den eine Kamera einfängt. Vollformatkameras haben demnach einen Crop-Faktor von 1, andere meist zwischen 1,5 und 1,6.

Diffusor

Ein Diffusor macht hartes Licht weich und sorgt für eine gewisse Lichtstreuung. Dadurch entstehen weniger starke Licht-Schatten-Kontraste.

DSLR

Steht für Digital Single Lens Reflex Camera, bedeutet auf deutsch nichts anderes als digitale Spiegelreflexkamera.

pexels-photo-442573-915x612-1

Gegenüber analogen Kameras haben digitale Spiegelreflexkameras einige Vorteile, vor allem was den Komfort angeht.

Fernauslöser

Fernauslöser sind in Kabelform oder ohne Kabel in Infrarot- und Funkvarianten erhältlich. Genutzt werden Fernauslöser zum Beispiel, um Fotos aus der Distanz anzufertigen oder Verwacklungen zu vermeiden.

Festbrennweite

Bei einem Objektiv mit Festbrennweite ist die Brennweite fix, anders als etwa bei Zoomobjektiven. Das ermöglicht die größtmögliche Schärfe beim Fotografieren, bringt aber auch eine gewisse Unflexibilität mit sich. Objektive mit Festbrennweite sind lichtstärker als Zoomobjektive und daher in der Available-Light-Fotografie sehr beliebt.

HDR

Die Abkürzung HDR steht für High Dynamic Range. HDR-Fotos (und Filme) weisen einen besonders großen Detailgrad auf, welcher durch die Kombinierung zweier Fotos, jeweils wenig und stark belichtet, entsteht.

Hyperfokale Distanz

Meister aller Foto-Fachwörter! Beschreibt den Schärfebereich ab einem bestimmten Punkt bis ins Unendliche, also bei der Landschaftsfotografie zum Beispiel eines Baumes und allen dahinter liegenden Objekten, wie Bergen, Wiesen, Wolken.

ISO

Der ISO-Wert steht für die Lichtemfpindlichkeit des Bildsensors, anders als früher bei der Analogfotografie, wo die Lichtempfindlichkeit vom verwendeten Film abhing, kann der ISO-Wert bei der Digitalfotografie von Bild zu Bild geändert werden. Mit höherem ISO-Wert wird weniger Licht benötigt: Tagsüber bei Sonne empfiehlt sich so ein ISO-Wert von 100 bis 200, bei bedecktem Himmel und abends 400 bis 800 und nachts sowie in dunklen Innenräumen ein Wert über 800 ISO. Nachteil eines hohen ISO-Werts: Bilder rauschen mehr und werden dadurch kontrastärmer und unschärfer.

Lichtstärke

Die Lichtstärke ist die kleinstmögliche Blendenzahl eines Objektivs (siehe Blendenzahl).

img_7033-1

Mit Makroobjektiven lassen sich zum Beispiel alle Details eines Blatts einfangen.

Makroobjektiv

Makroobjektive kommen in der Makrofotografie zum Einsatz. Damit kommen Objekte im Nahbereich, zum Beispiel Insekten oder Blüten, besonders gut zur Geltung. Bei Makroobjektiven handelt es sich meist um Wechselobjektive mit Festbrennweite. Entsprechend klein ist der Schärfebereich.

RAW

Beim RAW-Format handelt es sich um unkomprimierte Dateiformate. Kameras können Fotos in diesem Format abspeichern. Die Dateien sind zwar vergleichsweise groß, lassen sich aber im Nachgang flexibel bearbeiten, ohne dass die Bildqualität darunter leidet. Letzteres ist bei JPG-Bildern nicht ohne Weiteres mit allen Bildbearbeitungswerkzeugen möglich.

Sucher

Der Sucher ist die Vorrichtung, mit der das Motiv anvisiert wird. Beim Fotografieren schaut man mit einem Auge durch den Sucher, wenn man nicht gerade den Bildschirm der Kamera zum Betrachten des Motivs nutzt.

Schärfeebene

Bei der Schärfeebene handelt es sich um die Ebene beziehungsweise den Bereich eines Bildes, der scharf dargestellt wird. Bei offener Blende liegt die Schärfeeben nah bei der Kamera, je weiter die Blende geschlossen wird, desto weiter wandert die Ebene nach hinten.

Teleobjektiv

Bei Teleobjektiven handelt es sich um Objektive mit einer großen Brennweite, die Objekte, ähnlich wie ein Fernglas, heranholen. Damit ist es zum Beispiel möglich, Vögel in Baumwipfeln zu beobachten, an Rennautos von der Tribüne aus heran zu zoomen oder Heißluftballon vom Boden aus zu fotografieren. Teleobjektive sind häufig Zoomobjektive.

Verschlusszeit

Siehe Belichtungszeit.

Thomas
Thomas

Als Games-Redakteur hat Thomas schon früh gelernt, spannende Texte SEO-konform zu schreiben. Das hat ihn letztlich auch zu pixx.io geführt, wo er schnell weitere Aufgaben im Digitalmarketing übernommen hat. Heute macht er Business Intelligence und kümmert sich um Prozesse. Privat ist er beim Zocken geblieben. Und wenn das Wetter schön und der Berg nicht zu groß ist, geht er auch mal wandern.

Deine Browsersprache ist Deutsch, möchtest Du zu der deutschen Website wechseln?