Bilder in Unternehmen: Fehler und Abmahnung vermeiden

Lesezeit: 4 Minuten Autor: Thomas Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:
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Mit dem Urheber- und Medienrechtsanwalt Sebastian Deubelli im Interview. 

Wir haben mit Sebsatian Deubelli über seinen Weg zum Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und seinen Podcast kreativ[ge]recht gesprochen. Er verrät die größten Fehler in Bezug auf Bildrechte und Medienrechte in Unternehmen und hat wertvolle Tipps parat, wie du Urheberrechtsverletzungen und somit Abmahnungen schnell und einfach vermeiden kannst. 

Kann ich Bilder aus kostenlosen Bilddatenbanken wirklich bedenkenlos nutzen? Welche Bilder darf ich für welche Zwecke einsetzen? Und: Wem gehören eigentlich meine Fotos? Das Thema Urheber- und Medienrecht ist für viele Unternehmen nebulös. Nicht so für Sebastian Deubelli. Er ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und seit einigen Jahren mit eigener Kanzlei mit derzeit fünf Mitarbeitern am Start.

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Sebastian Deubelli mit Hündin Paula. (Bild: Alexey Testov)

Sebastian, wie bist du zum Medienrecht gekommen?

„Urheber- und Medienrecht begeistert mich, weil ich den Eindruck hatte, dass du mit dem Rechtsgebiet, grad wenn du beratend tätig bist, Leuten dabei hilfst, dass sie etwas schaffen. Am Ende einer Beratung steht am Schluss immer eine kreative Leistung die eine Redaktion oder ein Unternehmen erbringt und am Ende gibt es einen fertigen Artikel, eine Landing Page, ein Heft oder ein Buch und da habe ich ein bisschen das Gefühl, einen Teil beigetragen zu haben. Natürlich ist der Anteil daran marginal und von der kreativen Leistung her gleich null, trotzdem ist es eine Möglichkeit, die Welt ein bisschen bunter zu machen. Das gefällt mir ganz gut.“

Sucht man bei Google nach „Deubelli“ findet man auch Hinweise auf deine Vergangenheit als „Abmahnanwalt“ …

„Grundsätzlich ist das Abmahnthema im urheberrechtlichen und medienrechtlichen Bereich völlig üblich. Die Abmahnung ist in beiden Rechtsbereichen das Mittel der Wahl, wenn eine Rechtsverletzung stattgefunden hat. Meine Kanzlei vertritt viele Rechteinhaber, also die Kreativen, da bleibt es einfach nicht aus, dass es auch zu Abmahnungen kommt. Wenn Abmahnverfahren nun aber der Schwerpunkt der anwaltlichen Tätigkeit darstellen, ist das sicher nicht verwerflich, wird aber schnell eintönig. Ich  habe früher mal in einer großen „bösen Abmahnkanzlei“ gearbeitet und bin da auch aus Gründen weggegangen. Mit meiner eigenen Kanzlei habe ich von Anfang an viel Urheberrecht gemacht, auch daraus resultieren Abmahnungen. Wir haben uns aber dafür entschieden, dass wir deutlich mehr in die Beratung mit Schwerpunkt auf Unternehmen und nicht mehr so sehr in die Anspruchsdurchsetzung gehen wollen und akquirieren in diesem Bereich aktuell mit großer Freude auch viele Mandate.“

Um besagte Mandate zu akquirieren nutzt du auch Digitalmarketing. Du produzierst zum Beispiel seit ein paar Jahren den Podcast „kreativ[ge]recht“ – wie ertragreich sind solche Geschichten für dich?

„Der Podcast hat mittlerweile um die 50 Folgen. In jüngster Vergangenheit sind leider nicht so viele dazugekommen, weil ich gerade mit der oben schon beschriebenen Transformation der Kanzlei beschäftigt bin. Das zieht auch eine Transformation des Podcast nach sich, der ganz klar ein gutes Marketing-Tool für die Kanzlei ist. Es kommen tatsächlich Mandate rein, die sagen „wir hören den Podcast, jetzt haben wir ein Problem und beauftragen dich.“

Aus welchen Bereichen kommen deine Kunden?

„Es sind überwiegend Kreative, von Freelancern bis zu Agenturen, es sind aber auch kreative Einheiten in Unternehmen  und hin und wieder mal eine Redaktion oder eine Marketingabteilung von einem großen Unternehmen oder Verlag. Wir beraten in der Regel große Unternehmen nicht ganzheitlich, weil wir das einfach nicht können. Da gehört Arbeits- und Gesellschaftsrecht dazu, darauf sind wir nicht spezialisiert. Aber wir merken: Es ist möglich, dass Unternehmen uns trotz eigener Rechtsabteilung für spezielle Rechtsgebiete beauftragen. Vom Ein-Mann-Unternehmen bis zum Mittelständler ist alles dabei.“

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Was sind deiner Erfahrung nach die größten Fehler von Unternehmen im Bereich Medienrecht?

„Was wirklich ein riesiges Problem ist, ist die Nutzung von fremden Inhalten und die Frage, ob ich das darf. Das geht los bei gekauften Bildern aus irgendeinem Stockarchiv, wo die Leute teilweise gar nicht wissen, was sie mit der einfachen und der erweiterten Lizenz machen dürfen. Bis hin zur Frage, ob man von einem beauftragten Texter erstellte Texte, die vor einem Jahr veröffentlicht wurden, jetzt noch mal für eine andere Website verwenden darf. Die Nutzung von Inhalten, die unter das Urheberrecht fallen, das sind die absoluten Klassikerthemen.“

Viele Firmen arbeiten mit Dateien aus kostenlosen Bildportalen wie Unsplash, Pexels, Pixabay und so weiter. Wie seriös ist das Ganze und wie wasserdicht sind die Lizenzen und Verträge?

„Bei diesen ganzen kostenlosen Bildquellen muss man sich halt die Frage stellen, wie viel Budget diese Anbieter dafür verwenden können um zu prüfen, ob die Bilder dort legal hingekommen sind und wieviel Budget sie drauf verwenden können, ihren Usern, also den Bildverwendern im Zweifelsfall zu helfen, wenn etwas schief geht. Und in beiden Fällen wird die Antwort vermutlich „null Euro“ sein, weil die kein Geld damit einnehmen. Ich hab in der Praxis keine guten Erfahrungen mit Gratiscontent gemacht und auch die Verträge bzw. die Terms sind meistens so gestrickt, dass man als Bildverwender einfach komplett im Regen steht, wenn etwas schief geht. “

Einen Tipp für Unternehmen, was du jetzt gleich als erstes prüfen solltest, nachdem du dieses Interview gelesen hast?

„Es gibt in nahezu jedem Unternehmen irgendwo auf einem Server oder in der Cloud einen Ordner, der heißt „Bilder“. Den würde ich sofort aufmachen und stichprobenartig Bilder öffnen und mir überlegen, ob ich als Verantwortlicher in der Bildredaktion, im Marketingbereich oder sonstwo, weiß, wie die Bilder da hingekommen sind. Häufig ist es der Fall, dass man in diesen Ordnern eine riesige Menge an Bildern findet und keiner hat mehr eine Ahnung, wo die herkommen. Und wenn ich nicht weiß, wo sie herkommen, kann ich überhaupt nicht verifizieren, wofür ich sie verwenden darf. Eigentlich kann ich die Bilder, deren Herkunft ich nicht kenne, gleich löschen. Weil ich mit jeder Verwendung potentiell eine Urheberrechtsverletzung begehe.“

Vielen Dank für das Interview, Sebastian!

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Thomas
Thomas

Als Games-Redakteur hat Thomas schon früh gelernt, spannende Texte SEO-konform zu schreiben. Das hat ihn letztlich auch zu pixx.io geführt, wo er schnell weitere Aufgaben im Digitalmarketing übernommen hat. Heute macht er Business Intelligence und kümmert sich um Prozesse. Privat ist er beim Zocken geblieben. Und wenn das Wetter schön und der Berg nicht zu groß ist, geht er auch mal wandern.

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